Vision «Swiss Alpine Express»

Die Schweiz verfügt im Alpenraum über ein dichtes Netz von attraktiven, touristisch gut vermarkteten Schmalspurbahnen. Mit einer neuen Bahnverbindung zwischen Meiringen/lnnertkirchen im Berner Oberland und Oberwald im Wallis lässt sich dieses Angebot mit verhältnismässig kleinem Aufwand stark ausweiten und äusserst attraktiv gestalten. Zwischen lnnertkirchen und Oberwald wird eine neue, 22 km lange Bahnstrecke realisiert. Diese Verbindung stellt das Herzstück eines alpenüberziehenden Meterspurnetzes dar. Es entsteht ein zusammenhängendes Meterspurnetz von 844 km Länge – eines der grössten Schmalspur-Bahnnetze der Welt.

Eine neue 22 km lange Bahnstrecke zwischen lnnertkirchen und Oberwald:

grimseltunnel_strecke– erschliesst weltweit einzigartiges Eisenbahnangebot

– wertet den öffentlichen Verkehr im Alpenraum auf

– lässt Gäste die einmalige Alpenwelt umweltschonend bereisen

– Stärkt die der Zusammenarbeit der wichtigsten Schweizer touristischen Marken

– stärkt den ländlichen Raum

– Fördert die kantonsübergreifende Zusammenarbeit

 

 

 

 

Geschichte

Laut der Chronik «Geschichte der Landschaft Hasli» sah 1850 der piemontesische Politiker Vegezzi die zweckmässigste Lösung für eine Verbindung von Genua mit dem Norden in einer Grimselbahn, die durch das Eschental, Goms, Hasli und Obwalden zu führen sei. Ein Projekt in den 1860er Jahren sah gemäss der Hasli-Chronik eine Linienführung vor, welche  das Nessental auf einem Viadukt von 100 Meter Höhe und 300 Meter Länge überqueren, den äussersten Vorkopf des Benzlauistockes mit einem Tunnel von 1,2 Kilometern durchbrechen und zum Aarefall bei der Handeck gelangen würde. Hier sollte der Haupttunnel von 9,3 Kilometern beginnen und bei Oberwald auf 1370 Metern ausmünden. Der Berner Regierungsrat unterstützte zwar die Grimselbahn, sah sie jedoch im heftigen Wettbewerb mit Gotthard, Lukmanier, Splügen und Simplon bald auf der Verliererseite. Die Pläne für eine Grimselbahn verschwanden in der Schublade.

Unmittelbar vor und nach dem Ersten Weltkrieg gab es erneut je ein Konzessionsgesuch für eine Grimselbahn. Und am 26. April 1955 reichte schliesslich ein Initiativkomitee «für eine Tunnelbahn Oberhasli-Goms-Bedrettotal ein Konzessionsgesuch für zwei voneinander unabhängige, aber sich ergänzende Tunnelbahnen für den Autoverlad ein. Knapp zwei Jahre später sah das überarbeitete Gesuch eine von der Handeck nach Bedretto durchgehend rollende Strasse via Oberwald als ganzjährige Strassenverbindung von Norden nach Süden vor, mit einem acht Kilometer langen Tunnel zwischen Handeck und Oberwald. Das Projekt interessierte im Berner Oberland: An einer Kundgebung 1955 in Interlaken wurde die Realisierung des Grimseltunnels gefordert. Der bernische Regierungsrat zeigte sich zurückhaltend, der Grosse Rat stimmte im November 1956 mit grosser Mehrheit jedoch zu. Das Eidg. Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement blieb aber skeptisch.

Am 1. Juli 1968 übernahm Bundesrat Roger Bonvin das Verkehrsdepartement und erteilte kurz darauf den Studienauftrag, auf welche Weise ein Verkehrsnetz auf 1500 Metern Höhe die Täler des Gotthardmassivs verbinden könnte. Dabei war auch der Eisenbahntunnel , Oberwald-Handeck vorgesehen. Das Amt für Verkehr erstellte 1970 die Botschaft fürs Parlament: In einer ersten Etappe war der Tunnel Oberwald-Realp vorgesehen, der Grimseltunnel erst in einer späteren Etappe. Das Finanzdepartement verlangte in seinem Mitbericht, dass nur der Kredit für den Furkatunnel in der Botschaft behandelt werde. Keine weiteren Tunnelverbindungen sollten versprochen werden. Entsprechend wurde die Botschaft geändert und vom Bundesrat am 1. Juni 1970 verabschiedet. Der Grimseltunnel fiel ziemlich zufällig zwischen Stuhl und Bank. Die im Auftrag von Bundesrat Bonvin erstellte Gesamtkonzeption eines hoch gelegenen Schmalspurnetzes Oberhasli-Oberwallis-Realp-Bedretto-Oberalp verschwand in der Schublade.

Nun ist es Zeit, die Vision eines Grimseltunnels endlich umzusetzen. Dieses Projekte ermöglicht ein weltweit einzigartiges Netzwerk von alpinen Schmalspurbahnen vervollständigen und den Anschluss an die Gotthard-Matterhorn-Bahn, an den Glacier Express von Zermatt nach St. Moritz und an den Bernina Express von Chur über Pontresina nach Norditalien. Der Grimseltunnel drückt dem Erlebnis Alpenland Schweiz den Stempel auf. Der schweizerische Eisenbahnbau und die Schweiz als Tourismusland brauchen und verdienen neue Pioniertaten im Alpenraum, brauchen und verdienen den Grimseltunnel.

(Quelle: Jungfrau Zeitung, «Direkter Bahnanschluss an St. Moritz und Zermatt», 13. November 2007)

 

Zahlen und Fakten

Beförderte Personen der Bahnen (2001)

MOB  Montreux – Berner Oberland-Bahn 2’070’000
tpf Freiburgische Verkehrsbetriebe 3’200’000
BLS Bern-Lötschberg-Simplon 42’800’000
BOB Berner Oberland-Bahnen 4’900’000
zbdie Zentralbahn 6’040’000
MIB Meiringen-lnnertkirchen-Bahn 100’000
MGB Matterhorn Gotthard Bahn 5’690’000
RhB Rhätische Bahn 9’680’000

 

Logiernächte betroffener Tourismusdestinationen (2009)

Montreux 1’200’000
lnterlaken 1’000’000
Saanen/Gstaad 600’000
Haslital 700’000
Luzern 1’125’000
Zermatt 1’900’000
Andermatt 70’000
Davos/Klosters 1’960’000
St. Moritz/Engadin 3’400’000
Goms 1’000’000

 

Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

  • Aareschlucht
  • Reichenbachfälle
  • Triftbahn KWO / Hängebrücke Trift
  • Gelmerbahn  KWO
  • Kristallkluft Gerstenegg
  • Kraftwerk-Zentralen
  • Dampfbahn Furka (Bergstrecke Oberwald – Realp)
  • Aletschgletscher, längster Gletscher der Alpen
  • Langlauf-Eldorado Goms

plan_gesamt

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